Der Puy de Dôme ist ein 1465 m hoher Vulkan im gleichnamigen Département Puy-de-Dôme und gehört zum Zentralmassiv. Er ist der höchste Berg der Chaîne des Puys, der Kette der Puys. Südwestlich der Chaîne des Puys liegt die Gruppe der ebenfalls ruhenden Vulkane der Monts Dore. Er befindet sich etwa 15 km von Clermont-Ferrand entfernt, das er um rund 1000 m überragt. Seit 1956 befindet sich auf dem Puy de Dôme eine Sendeanlage für UKW und Fernsehen.
Der Puy de Dôme besteht aus zwei Lavadomen aus Trachyt, die sich vor 11.000 bis 10.000 Jahren nacheinander über alte Schlackenkegel herausgeschoben haben. An den Flanken finden sich Brekzien und Ablagerungen von Glutwolken (Ignimbrit) vom Kollaps des ersten Doms. Weite Teile sind auch von Tephra des benachbarten Kilian-Kraters überdeckt, der vor 8550 Jahren kollabiert war. Da der Vulkan zu den monogenetischen Vulkanen zählt, die also in der Regel nur einen Ausbruch oder eine Ausbruchsphase hatten, ist ein erneuter Ausbruch unwahrscheinlich. Für das Vulkanfeld der Chaîne des Puys als Ganzes kann man dies aber nicht annehmen, da es hier immer wieder Ruhephasen von mehreren 10.000 Jahren gegeben hatte.
Der Gipfel hat schon in der Antike zur Errichtung von Tempeln und Gotteshäusern inspiriert. Einem keltischen Heiligtum des Dumiatis, daher vermutlich der Name podium Dumiatis, folgte in römischer Zeit ein Merkurtempel; im Mittelalter befand sich auf dem Gipfel eine Wallfahrtskapelle. Spuren der Heiligtümer wurden durch Ausgrabungen freigelegt.
Am 19. September 1648 machte der Physiker Blaise Pascal zusammen mit seinem Schwager Florin Périer das berühmt gewordene Experiment „vide dans le vide“ auf dem Puy de Dôme, das die aristotelische Hypothese des Horror vacui widerlegte, wonach unsichtbare Dämpfe das Vakuum ausfüllen. Pascal wies nach, dass der Luftdruck auf dem Gewicht der Luft über dem Standort beruht, indem er mit einem Quecksilberbarometer den Druckunterschied zwischen Clermont-Ferrand und dem Gipfel des Puy de Dôme maß und so annähernd das spezifische Gewicht berechnen konnte.[3]
Erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts, als man begann, sich mit der Natur wissenschaftlich auseinanderzusetzen, entdeckte man den vulkanischen Ursprung dieser Berge.
Als 1790, während der Französischen Revolution, die Départements geschaffen wurden, gab der Vulkan diesem Teil der Auvergne seinen Namen. Ursprünglich wollten die Menschen ihr Département Monts Dore nennen, also nach dem Ort, an dem sich mit dem 1885 Meter hohen Puy de Sancy der höchste Punkt des Départements befindet. Einige Bürger unter der Führung von Gaultier de Biauzat, einem Abgeordneten aus Clermont-Ferrand, waren aber der Meinung, dass dieser Name, der auch als „goldene Berge“ verstanden werden kann, die Hauptstadt Paris dazu bringen könnte, zu hohe Steuern zu verlangen. Die Auvergnaten entschieden sich daher für den Départementnamen Puy-de-Dôme.
Auf den Puy de Dôme führen Wanderwege und eine Strasse. Auf dieser verkehrte bis 2009 in der Hauptreisezeit ein kostenpflichtiger Pendelbus, ansonsten war sie freigegeben. Die Strasse ist aktuell für jegliche private Nutzung gesperrt (Stand 2021). Begründet wird dies mit ihrer Schmalheit; sie fungiert im Falle eines Unglückes auch als Fluchtroute. Seit Juni 2012 ist auf der Trasse der Strasse eine Zahnradbahn in Betrieb, die in 12 min von der Talstation auf den Berg fährt. In der Hauptreisezeit verkehrt sie im Halbstundentakt. Die Bergstation befindet sich in einer Höhe von 1406 m.
Vom Observatorium mit kleinem Museum auf dem Gipfel hat man manchmal einen faszinierenden Blick über ein Wolkenmeer, was mit der hier häufig auftretenden Inversionswetterlage zusammenhängt. Bei klarer Sicht kann man auf eine Entfernung von ungefähr 30 km rund 100 inaktive Vulkane überblicken. Um das Gipfelplateau führt ein großzügig angelegter Wanderweg mit Hinweistafeln. Ausgangspunkt ist die Bergstation der Zahnradbahn.
Das Gebiet gehört zum Regionalen Naturpark Volcans d’Auvergne.
Von 1907 bis Herbst 1925 verkehrte eine 14,7 Kilometer lange Bahn mit zentraler Schiene nach dem System Fell/Hanscotte von der Place Lamartine in Clermont-Ferrand auf 390 Metern zur 1414 Meter hoch gelegenen Bergstation auf dem Puy de Dôme. Auf der Trasse wurde in der Folge eine Straße gebaut.
Am 26. Mai 2012 wurde eine neue Zahnradbahn unter dem Namen Panoramique des Dômes eröffnet. Der Bau der Zahnradbahn auf den Puy de Dôme begann im Jahr 2010. Die Zahnradbahn ist eine von derzeit fünf bestehenden Zahnradbahnen in Frankreich, neben der Métro Lyon, der Tramway du Mont-Blanc, der Chemin de fer du Montenvers und dem Chemin de Fer de la Rhune.
Die 5,3 km lange Strecke verläuft zum grössten Teil auf der bergseitigen Spur der existierenden Strasse, wobei die talseitige Spur als Notfalls- und Rettungsspur erhalten bleibt. Ungefähr 300 m vor dem Gipfel kreuzt die Straße die Zahnradbahntrasse, so dass die Zahnradbahn am Gipfel unterhalb des Straßenniveaus in den Gare de Sommet einfährt. Die Zahnstangeneinfahrt befindet sich depotseitig der Talstation, so dass im Regelbetrieb die Triebfahrzeuge den Zahnradabschnitt nicht verlassen. Die vier Triebzüge wurden von Stadler in Bussnang in der Schweiz geliefert.






































