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São Miguel

Ländlicher Westen

Das Sete Cidades-Massiv

Geprägt durch den gigantischen Einsturzkrater mit dem grünen und blauen See sowie die dramatische Westküste (Mosteiros).

Der ländliche Westen von São Miguel wird vom monumentalen Sete Cidades-Massiv dominiert, das geologisch den jüngsten der drei grossen Stratovulkane der Insel darstellt. Das markanteste Merkmal dieser Region ist eine gigantische, kreisrunde Einsturzkrater-Caldera mit einem beeindruckenden Durchmesser von etwa 5 km. Diese Caldera entstand vor rund 22.000 Jahren durch den Einsturz des Vulkangipfels und wurde durch spätere Ausbrüche im Inneren weiter geformt.

Auf dem Kraterboden liegen die berühmten Zwillingsseen Lagoa Azul und Lagoa Verde, die durch eine schmale Brücke voneinander getrennt sind. Die unterschiedlichen Farben der Seen entstehen durch die unterschiedliche Tiefe, die Algenkonzentration und die Spiegelung der umliegenden Landschaft. Die inneren Kraterwände sind extrem steil, hunderte Meter hoch und fast vollständig von üppiger, tiefgrüner Vegetation und Hortensienbändern bewachsen. Ausserhalb des Kraters flachen die Hänge sanft ab und fallen in dramatischen, dunklen Basaltklippen direkt in den Atlantischen Ozean.

Die Westküste ist durch vulkanische Aktivität im Meer geprägt, was sich in vorgelagerten Felsnadeln und Thermalquellen im Ozean zeigt. Das Mikroklima im Westen ist oft wechselhaft, sodass Nebelschwaden, die mystisch in den Krater wabern, hier zum typischen Landschaftsbild gehören. Die Region ist trotz ihrer Bekanntheit dünn besiedelt und hat sich ihren tief ländlichen, friedlichen Charakter mit weiten Weideflächen bewahrt.

Die unbestrittene Hauptattraktion ist der Aussichtspunkt Vista do Rei, der einen weltberühmten Postkartenblick auf die beiden Kraterseen und das darin liegende Dorf Sete Cidades bietet. Ein weiteres landschaftliches Highlight ist der Miradouro da Boca do Inferno, von dem aus man auf ein ganzes Ensemble aus Kratern und Seen blickt.

Direkt an der Westküste zieht das Fischerdorf Mosteiros Besucher an, um den Sonnenuntergang hinter den markanten, im Meer stehenden Vulkanfelsen zu beobachten. Ein absolut einzigartiges Erlebnis ist das Baden im heissen Thermalmeerwasser der Bucht von Pontas da Ferraria, die von einer kargen Lava-Landschaft umgeben ist.

Die Anreise aus der Hauptstadt Ponta Delgada ist unkompliziert und führt über die gut ausgebaute Hauptstraße EN1-1A im Süden oder die EN9-3A im Norden in etwa 30 Minuten zum Kraterrand. Autofahrer können entweder direkt auf den Kraterboden in das idyllische Dorf Sete Cidades hinabfahren oder der Kammstrasse entlang des Kraterrandes folgen. Ein Mietwagen bietet auch hier die maximale Flexibilität, um die verstreuten Aussichtspunkte und Küstenorte flexibel miteinander zu verbinden.

Für Aktivurlauber führt ein gut ausgeschilderter Wanderweg einmal komplett um den Kraterrand herum, was spektakuläre Panoramablicke in alle Himmelsrichtungen garantiert. Wer ohne Auto reist, kann im Sommer auf touristische Busse, geführte Tagestouren oder Taxis zurückgreifen, um die Hauptaussichtspunkte zu erreichen.

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