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São Miguel

Vulkanisches Herz

Furnas-Komplex und Vila Franca do Campo

Furnas-Komplex und Vila Franca do Campo

 Die Region der geothermalen Aktivitäten, heissen Quellen, des Furnas-Sees und der historischen ersten Inselhauptstadt.

Die wilde Mitte von São Miguel wird vom massiven Stratovulkan des Água de Pau-Komplexes dominiert, der die geografisch schmalste Stelle der Insel bildet. Geologisch gesehen ist dies das jüngste der drei grossen Vulkansysteme und verbindet die einst getrennten östlichen und westlichen Ur-Inseln [geol].

Das Herzstück dieser Region ist die monumentale Einsturzkrater-Caldera, in der auf rund 575 Metern Höhe der unberührte Kratersee Lagoa do Fogo liegt. Dieser See entstand in seiner heutigen Form vor allem durch den letzten grossen, plötzlichen Ausbruch im Jahr 1563. Die Landschaft ist extrem rau, zerklüftet und von steilen, dicht mit endemischer Vegetation bewachsenen Kraterwänden geprägt.

Im Norden flacht das Massiv allmählich ab und geht in eine weite, fruchtbare Küstenebene rund um die Stadt Ribeira Grande über. Die vulkanische Aktivität ist hier noch immer sehr lebendig, was sich in zahlreichen Fumarolen, heissen Thermalquellen und geothermalen Erdrissen zeigt. Durch die exponierte, zentrale Lage fangen sich an den Hängen des Berges Pico da Barrosa (947 m) häufig feuchte Atlantikwolken ab. Dies sorgt für eine mystische Atmosphäre und speist die unzähligen, tiefen Bachläufe, die sich durch den dichten Dschungel graben. Insgesamt präsentiert sich die Mitte als eine faszinierende Kontrastlandschaft zwischen ungezähmter Bergwildnis und einer geschäftigen, historisch geprägten Nordküste.

Zu den absoluten Höhepunkten gehört das dampfende Geysir-Feld Caldeiras das Furnas, wo Einheimische im kochenden Erdboden den traditionellen Eintopf Cozido das Furnas garen. Direkt im Ort lädt der weltberühmte, über 200 Jahre alte botanische Garten Terra Nostra Park zu einem unvergesslichen Bad im riesigen, thermal erwärmten und eisenhaltigen Vulkansee ein. Ein weiteres Wellness-Highlight sind die idyllisch im dichten Wald gelegenen Thermalbäder der Poça da Dona Beija. Am Ufer des Kratersees beeindruckt zudem die neugotische Kapelle Nossa Senhora das Vitórias, die majestätisch am waldigen Uferrand thront. An der Küste lockt die historische Stadt Vila Franca do Campo mit der berühmten Wallfahrtskirche Nossa Senhora da Paz, die über eine monumentale Freitreppe einen fantastischen Panoramablick bietet. Im Sommer pendeln Boote vom dortigen Yachthafen zur Kraterlagune des Ilhéu de Vila Franca, einem der exklusivsten Naturschwimmbecken der Insel.

Die Anreise aus der Hauptstadt Ponta Delgada ist hervorragend ausgebaut und führt über die südliche Schnellstrasse EN1-1A in knapp 30 min nach Vila Franca do Campo. Um ins Furnas-Tal zu gelangen, folgt man anschließend der gut beschilderten Bergstrasse landeinwärts für weitere 15 min. Ein Mietwagen ist auch hier ideal, da man so die weit verstreuten Sehenswürdigkeiten zwischen dem See, dem Ortszentrum und der Küste perfekt miteinander verbinden kann.

Vulkanisches Herz