Das am dichtesten besiedelte Flachland der Insel, wirtschaftlicher Motor und Heimat der heutigen Hauptstadt.
Ponta Delgada und Lagoa
Das urbane Zentrum an der Südwestküste bildet das am dichtesten besiedelte Flachland und den wirtschaftlichen Motor von São Miguel. Geologisch betrachtet handelt es sich hierbei um das sogenannte Picos-Fissurensystem, die jüngste vulkanische Struktur an Land, welche die älteren Komplexe von Sete Cidades und Fogo miteinander verbindet. Die Landschaft ist weit weniger schroff als der Rest der Insel und flacht zur Küste hin in sanften, welligen Hügeln ab. Dieses Plateau wurde durch mehr als 200 kleine, historische Schlackenkegel geformt, die heute als grüne, bewachsene Kuppen das Landschaftsbild prägen.
Die Küstenlinie ist von flachen, dunklen Basaltformationen und weiten Buchten mit feinem, vulkanischem schwarzen Sand geprägt. Durch die geschützte Südlage profitiert die Region von einem besonders milden, sonnenreichen Mikroklima mit weniger Niederschlag als in den Bergen. Grosse Teile des Umlands werden aufgrund der fruchtbaren Vulkanböden intensiv für den Anbau von Bananen, Zitrusfrüchten und den berühmten Azoren-Ananas genutzt.
Der urbane Raum geht fliessend von der historischen Hafenstadt Ponta Delgada in die benachbarte, industriell und handwerklich geprägte Stadt Lagoa über. Trotz der dichten Bebauung entlang der Küstenstrasse bleibt die Landschaft durch die allgegenwärtigen, grünen Vulkanhügel im Hintergrund optisch mit der Natur verbunden. Insgesamt präsentiert sich dieser Abschnitt als eine harmonische Symbiose aus moderner, azoreanischer Lebensweise und einer sanft geformten Vulkanlandschaft.
Das historische Zentrum von Ponta Delgada besticht durch die markanten dreibögigen Stadttore (Portas da Cidade) und prachtvolle barocke Kirchen aus schwarz-weißem Basaltstein. Ein einzigartiges Erlebnis ist der Besuch der traditionellen Ananasgewächshäuser von Arruda, wo die Früchte aufwendig in rauchgesteuerten Glashäusern reifen.
Entlang der Küste laden die kilometerlange Strandpromenade sowie die weiten, schwarzen Sandstrände Praia das Milícias und Praia do Pópulo zum Baden ein.
In der Nachbarstadt Lagoa kann man die historische Keramikfabrik Cerâmica Vieira besichtigen, die seit Jahrhunderten die typische blau-weisse Azoren-Keramik in Handarbeit herstellt. Für Erfrischung sorgen dort zudem die modern ausgebauten Naturschwimmbecken von Complexo Balnear der Lagoa direkt an den schroffen Lavafelsen.
Die Anreise ist denkbar einfach, da sich in Ponta Delgada der internationale Flughafen João Paulo II befindet, welcher das Haupttor zur Insel darstellt. Alle wichtigen Schnellstrassen der Insel (wie die EN1-1A) laufen hier sternförmig zusammen, was eine hervorragende und schnelle Anbindung in alle Richtungen garantiert. Innerhalb des urbanen Zentrums kommt man sehr gut mit den günstigen, lokalen Linienbussen (Mini-Bus) oder Taxis von Viertel zu Viertel. Ein eigener Mietwagen ist direkt in der Stadt zwar wegen des dichten Verkehrs und der Parkplatzsuche nicht zwingend nötig, bildet aber den perfekten Startpunkt für Ausflüge ins Umland. Die gut ausgebauten, vierspurigen Verbindungsstrassen zwischen Ponta Delgada und Lagoa ermöglichen zudem eine Fahrtzeit von kaum 10 min zwischen den beiden Städten.































