Die Region der geothermalen Aktivitäten, heissen Quellen, des Furnas-Sees und der historischen ersten Inselhauptstadt.
Furnas-Komplex und Ribeira Quente im Süden
Der Furnas-Komplex ist ein aktiver Vulkanismus-Hotspot im Osten von São Miguel, der für seine geothermalen Quellen, Fumarolen und den botanischen Park Terra Nostra weltbekannt ist. Furnas repräsentiert einen der faszinierendsten und geologisch aktivsten Hotspots des azoreanischen Archipels. Geografisch bettet sich dieses komplexe Vulkansystem in den östlichen Teil der Insel São Miguel ein.
Die Topografie ist durch eine markante, weite Einsturzkaldera geprägt, die durch gewaltige Eruptionen geformt wurde. Im Gegensatz zu erloschenen oder stark erodierten Systemen der Insel zeigt sich hier ein lebendiges, postvulkanisches Phänomen. Der Kraterkessel ist von steilen, üppig bewachsenen Hängen umgeben und flacht zum Zentrum hin deutlich ab. Den tiefsten Punkt dieser Senke füllt ein imposanter, grün schimmernder Kratersee aus. Das gesamte Tal dampft regelrecht, da unzählige kochend heisse Schwefelquellen, kochende Schlammlöcher und Fumarolen das Landschaftsbild dominieren. Diese geothermische Aktivität prägt das Mikroklima und sorgt für eine extrem fruchtbare, fast tropische Vegetation im Kraterinneren.
Die Küstenorte im Norden und Süden schmiegen sich auf völlig gegensätzliche Weise an die Flanken des Furnas-Komplexes an, da die Geologie und Topografie des Vulkans zu beiden Seiten radikal variiert. Während der Norden sanft ausläuft und weite, landwirtschaftliche Strukturen bietet, bricht der Süden in tiefen Schluchten und steilen Klippen direkt zum Ozean auf. Ribeira Quente im Süden ist das geschützte Nadelöhr. Ribeira Quente liegt in einer extrem engen, isolierten Bucht eingezwängt zwischen dem Atlantischen Ozean und den senkrecht aufragenden, grünen Kraterwänden des Furnas-Massivs. Das Dorf dehnt sich gezwungenermassen linear entlang der engen Küstenlinie und der Flussmündung aus. Geologisch ist Ribeira Quente das direkte «Abflussventil» des Vulkankessels. Die gewaltige Erosionskraft des Flusses Ribeira Quente hat eine tiefe, fast unzugängliche Felsschlucht aus der Südflanke gegraben. Nur an diesem schmalen Schwemmlandkegel der Mündung war Platz für eine Siedlung. Am vorgelagerten Strand Praia do Fogo erwärmen unterseeische Thermalquellen das Meerwasser. Nach Norden hin gibt es durch die Barriere des Kraterrandes keine direkten Küstenorte, die unmittelbar Furnas zugeordnet sind; die Hänge gehen dort in die unbewohnte Bergwelt über.
Das Vulkanische Herz (Region 4) als Kraterform bis zur Süd-Küste, im Uhrzeigersinn
- Furnas (Dorf)
- Pico do Ferro NW
- Ribeira Quente S
- Ponta Garça S
- Salto do Cavalo NO
Um diese komplexe topografische Struktur zu überblicken, bieten die umliegenden Kraterränder spektakuläre Aussichtspunkte. Der bekannteste Aussichtspunkt ist der Miradouro do Pico do Ferro, der einen unverbauten Panoramablick aus der Vogelperspektive über den See und das gesamte Tal erlaubt. Ein weiterer ist der Miradouro do Salto do Cavalo, von dem aus sich die raue Geografie des Berglandes im Kontrast zum sanfteren Talboden offenbart. Die offizielle Rundwanderung PRC02 SMI (Lagoa das Furnas) führt Wanderer fast steigungsfrei direkt am Ufer des Kratersees entlang. Auf dieser Route passiert man unmittelbar die aktiven Fumarolenfelder, an denen die vulkanische Hitze hautnah spürbar wird. Für anspruchsvollere Entdecker bietet der Wanderweg PR06 SMI (Quatro Fábricas da Luz) einen Einblick in die zerklüftete Topografie ausserhalb des Kessels, indem er durch wasserreiche Täler und vorbei an historischen Ruinen der frühen Stromerzeugung führt.
Aufteilung in die 5 Regionen
3 jeweils runde Bereiche, West (Sete Cidades), Ost (Nordeste) und Mitte (Lagoa Fogo) mit den Vulkankomplexen. Dazwischen die Ebene Halbwest (Ponta Delgada) und Halbost (Lagoa Furnas).
Der Furnas-Komplex ist ein aktiver Vulkanismus-Hotspot im Osten von São Miguel, der für seine geothermalen Quellen, Fumarolen und den botanischen Park Terra Nostra weltbekannt ist. [1, 2]
Details zur Erkundung des Komplexes:
- Lage: Östlicher Teil der Insel São Miguel, 45 Autominuten von Ponta Delgada entfernt.
- Aussichtspunkte: Vom Miradouro vom Pico do Ferro mit spektakulären Blick über das Tal und den Kratersee.
- Wandern: Lagoa das Furnas Rundwanderung (9,5 km) führt am Seeufer und aktiven Fumarolen entlang.
- Umgebung: Im Ort Furnas befinden sich der weltberühmte Terra Nostra Park (mit seinem eisenhaltigen Thermalsee) sowie die Thermalbäder der Poça da Dona Beija. [1, 2, 3, 4]
- Hinweis: Am Nordufer des Sees wird der traditionelle Eintopf Cozido das Furnas für viele Stunden in der heissen Vulkanerde vergraben und gegart. Die Schwefelquellen (Caldeiras) im Ortszentrum sind frei zugänglich, verlangen aber Vorsicht wegen der kochend heissen Dämpfe. [1]
Miradouros
bei Furnas
Charaktere von «Vulkanisches Herz», Region 4.
| Wesentliche Punkte | reg5 |
Sehenswürdigkeiten von «Vulkanisches Herz», Region 4t.
| Furnas | reg4a |
| Ribeira Quente | reg4b |
| Ponta Garça | reg4c |
| Castelo Branco | reg4d |
Zu den absoluten Höhepunkten gehört das dampfende Geysir-Feld Caldeiras das Furnas, wo Einheimische im kochenden Erdboden den traditionellen Eintopf Cozido das Furnas garen. Direkt im Ort lädt der weltberühmte, über 200 Jahre alte botanische Garten Terra Nostra Park zu einem unvergesslichen Bad im riesigen, thermal erwärmten und eisenhaltigen Vulkansee ein. Ein weiteres Wellness-Highlight sind die idyllisch im dichten Wald gelegenen Thermalbäder der Poça da Dona Beija. Am Ufer des Kratersees beeindruckt zudem die neugotische Kapelle Nossa Senhora das Vitórias, die majestätisch am waldigen Uferrand thront.
An der Küste lockt die historische Stadt Vila Franca do Campo mit der berühmten Wallfahrtskirche Nossa Senhora da Paz, die über eine monumentale Freitreppe einen fantastischen Panoramablick bietet. Im Sommer pendeln Boote vom dortigen Yachthafen zur Kraterlagune des Ilhéu de Vila Franca, einem der exklusivsten Naturschwimmbecken der Insel. Die Küstenebene ist geprägt durch fruchtbare vulkanische Böden, auf denen die berühmten Azoren-Ananas in Gewächshäusern sowie Bananen und Wein angebaut werden. Das landschaftliche Wahrzeichen liegt knapp 1 km vor der Küste. Es ist die perfekt kreisrunde, versunkene Caldera eines uralten Unterwasservulkans, die heute als geschütztes Naturschutzgebiet und ikonische Badelagune dient. Direkt hinter der Stadt steigt das Gelände steil an. Von Aussichtspunkten wie der oberhalb gelegenen Kapelle Ermida de Nossa Senhora da Paz blickt man über die gesamte Küstenlandschaft.
Vila Franca do Campo ist untrennbar mit der Entstehung und der Aktivität des Furnas-Vulkans verbunden. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von der Küste hinauf bis an den äusseren Rand der mächtigen Furnas-Caldera am südlichen Kraterrand. Historische Ausbrüche des Furnas-Komplexes (verheerende Eruption 1630) schleuderten gewaltige Mengen an Bimsstein und Asche über die Hänge hinab in Richtung Vila Franca. Auf dem vulkanischen Hochplateau zwischen Vila Franca do Campo und Furnas liegt die Lagoa do Congro als Bindeglied. Dieser tiefgrüne Kratersee füllt einen sogenannten Maar-Krater (Phreatomagnetischer Krater), der genetisch zu den äußeren Bruchzonen des Furnas-Vulkansystems gehört.
Die Anreise aus der Hauptstadt Ponta Delgada ist hervorragend ausgebaut und führt über die südliche Schnellstrasse EN1-1A in knapp 30 min nach Vila Franca do Campo. Um ins Furnas-Tal zu gelangen, folgt man anschließend der gut beschilderten Bergstrasse landeinwärts für weitere 15 min. Ein Mietwagen ist auch hier ideal, da man so die weit verstreuten Sehenswürdigkeiten zwischen dem See, dem Ortszentrum und der Küste perfekt miteinander verbinden kann.
Miradouros
bei Furnas
Miradouros
bei Vila Franca do Campo






































